14 Jahre Night-Wolves

Wie auch bei den Familien sind von den Anfängen des Rollenspiels leider kaum noch Texte vorhanden. Die Aufzeichnungen und Archivierungen beginnen erst vor rund fünf Jahren und nicht mit der Rudelgründung. Darum sind wichtige ehemalige Charaktere wie Wolve-of-Death, Welpe-der-Einsamkeit, Nero, und viele andere leider nicht in den Aufzeichnungen zu finden. Die Zusammenfassungen der Rollenspielplots, die seitdem gespielt wurden, können jedoch hier nachgelesen und heruntergeladen werden. Zum Lesen und Stöbern einfach auf die Pfeile klicken.

1 | Das neue Rudel

Wolfstatz, der seit jeher Leitwolf im Revier gewesen war, hatte gemütlich auf seinem Lieblingsfelsen am Strand gelegen, um sich den Sonnenuntergang anzuschauen, als er am Strand die verwundete Lakota entdeckte. Lakota gehörte bereits früher zum Rudel. Und so war er etwas überrascht, da alle Rudelwölfe verschwunden waren. Dennoch nahm er Lakota gern wieder auf und umsorgte sie.

Als der Wind drehte, rochen beide, dass noch andere Wölfe in der Nähe waren. Sie entdeckten die Welpin Shiva, welche das Versteck des Rüden Samael entlarvte. Shiva war auf der Suche nach ihren Eltern und die anderen wollten ihnen helfen sie zu finden. Samael hingegen schien Wolves-of-fDeath, eine ehemalige Wölfin im Rudel, gut zu kennen.

Gemeinsam wollten alle etwas trinken und auf Nahrungssuche gehen. Ein lautes Heulen aber unterbrach diesen Plan, denn es bedeutete, dass noch ein Wolf ins Revier kam. Es war Nero, der schon früher seine Jahre hier verbracht hatte. Nun wollte der Altwolf auch seine voraussichtlich letzten bei den Night-Wolves verleben. Nicht mit ihm, aber genau zur gleichen Zeit, tauchte der Welpe Mortis auf. Er schien schüchtern zu sein und auch er fragte Tatze auch um Erlaubnis bleiben zu dürfen.

Die Wölfe, durstig von den Aufregungen der letzten Stunden, machten sich auf den Weg zum Weiher. Kaum dort angekommen, verschwand plötzlich Shiva mit den Worten „Ich muss wieder gehen...meine Mama sucht mich!" Die anderen fanden sie nicht mehr und so zogen sie allein weiter zur Rudelhöhle.

2 | Die Jagd und das Rudelleben

Die kleine Gruppe hatte die Rudelhöhle errreicht. Die Wölfe beschlossen zu rasten, wöhrenddessen beschlossen Tatze und Nero, dass sie Mortis das Jagen beibringen wollten. Doch die neu gewonnene Ruhe sollte nicht lange andauern. Aufgeschreckt durch ein hilfesuchendes Heulen kam wieder Leben in die müden Pfoten. Angie, eine Altwölfin und ehemaliges Mitglied der Night-Wolves, hatte sich verletzt in das Revier geschleppt, doch auf dem Weg zur Höhle verließen sie die Kräfte.

Mortis und Lakota blieben in der Rudelhöhle zurück, während Wolfstatz, Samael und Nero Angie zu Hilfe eilten. Unterstützung bekamen sie von einem unbekannten Fremden, der sich später als Dante vorstellte und von Siyi, die ebenfalls bereits früher zum Rudel gehört hatte.

Mit vereinten Kräften gelang es ihnen Angie zur Höhle zu schleppen. Dort ruhten sich die erschöpften Wölfe aus, nur der hungrige Mortis wollte keine Ruhe geben. Er, Siyi und Samael gingen gemeinsam auf die Jagd. Der Welpe sollte lernen Beute zu schlagen und somit auch seinen Hunger zu stillen. Also brachte Mortis unter Samaels Anleitung seinen ersten Hasen zur Strecke. Sie wussten jedoch nicht, dass sie beobachtet wurden...

3 | Der Winter beginnt

Siyi deckt auf, dass Samael der Sohn von Death, einer ehemaligen Leitwölfin des Rudels ist. Währenddessen sind Angie und Dante vor der Rudelhöhle liegend in ein Gespräch vertieft sind. Niemand weiß, dass ein unbemerkter Besucher sich im Revier aufhält. Er befindet sich in der Nähe von Samael und Siyi und wird auch von diesen entdeckt, als er sich durch ein Geräusch verrät und der Wind sich dreht. Nach dieser Entdeckung und ein paar angeregten Worten der Unterhaltung, beschließen Siyi und Samael den Fremden, der sich Anachel nennt, zur Höhle zu bringen und dem Leitrüden vorzustellen.

Dieser gibt Mortis derweil eine weitere Lehrstunde, diesmal in Sachen Witterung. Auch Wolfstatz hatte Anachel durch den drehenden Wind bemerkt und nutzt die Gunst der Stunde, um den Welpen weiter auf das Leben vorzubereiten. Er läuft der kleinen Gruppe entgegen, die derweil im Schnee tollt.

Als sie aufeinander treffen, zieht ein Sturm auf. Der Leitrüde unterbricht die drei Wölfe in ihrem Spiel und mahnt zur Jagd.

4 | Das Rudel wächst zusammen

Aufgrund der Situation bittet Tatze, der Anachel kurz in Augenschein nimmt, diesen, die anstehende Jagd anzuführen. Der weiße Wolf ist auf dem mittlerweile schneebedeckten Boden nicht so leicht auszumachen wie die anderen drei. Im Gegnzug dafür gewährt Tatze ihm Aufenthalt im Rudel, zumindest für den Winter. Der Plan geht auf. Die Jagd glückt und das Rudel ist versorgt.

Doch am Rande dieses glücklichen Erfolgs, der eine stolze Beute einbringt, überschattet der Ranganspruch des Alphapostens von Samael die Situation. Es gibt eine kleine Auseinandersetzung zwischen ihm und Tatze, bei der aber noch kein Kampf zustande kommt. Erst müssen Rudel und Beute sicher in die Höhle geschafft sein. Das Überleben aller geht vor.

Der Rangkampf zwischen dem alten Leitwolf und dem Sohn der verstorbenen Death wird auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Die Jäger kehren zurück zur Rudelhöhle. Ihnen auf den Pfoten folgt der Schneesturm.

5 | Ein neuer Alpha?

Die Wölfe bringen die Beute sicher zur Höhle, wodurch das Rudel vorerst versorgt ist. Außerhalb der Höhle beginnt der Schneesturm allmählich einzusetzen. Es schneit schließlich so stark, dass der Schnee sogar ein gutes Stück weit in die Höhle weht. Hinzu kommt, dass Tatze und Samael noch immer die Gedanken um den bevorstehenden Rangkampf plagen.

Die Stimmung ist gedrückt. Während Siyi und Mortis spielen und die Situation etwas aufzulockern versuchen, kommen Samael und Anachel ins Gespräch. Als dadurch endgültig für alle herauskommt, dass Samael der Sohn der ehemaligen Leitwölfin Death ist, gerät Tatze ins Grübeln. Um sich abzulenken, schließt er sich dem Spiel von Siyi und Mortis an.

So vertieft in Plauderei und Spiel, bemerkt keiner der Wölfe die fremde Wölfin, die sich der Höhle nähert. Zunächst reagiert das Rudel abwehrend auf die Wölfin Floéka. Der beginnende Schneesturm schien kein kleiner zu werden, so dass das Rudel an Nahrung sparen muss. Schließlich aber wagt Siyi die Forderung, die fremde Wölfin vorerst aufzunehmen. Dass sie damit die Autorität ihres Leitwolfes untergräbt, lässt sich zu diesem Zeitpunkt aber niemand anmerken.

6 | Draußen tobt der Schneesturm

Der Schneesturm vor der Höhle der Night-Wolves scheint sich langsam zu legen. Die Böen wehen nicht mehr so stark und auch der Schneefall lässt allmählich nach. Doch die gespannte Stimmung, die innerhalb der Höhle zu herrschen scheint, besteht weiterhin. Auch der Schnee, der sich vor der Höhle angesammelt hatte und nun das ganze Gebiet einige Meter hoch bedeckte, lässt sich noch nicht vertreiben. Wann sich dieser Zustand wieder ändern würde, weiß niemand.

Während Siyi sich mit der neuen Wölfin Floéka anfreundet, unterhält sich Tatze mit dem jungen Mortis. Anachel, der kurz zuvor noch mit Samael ins Gespräch vertieft war, war unterdessen nirgends mehr zu entdecken. Er schien die Höhle verlassen und seiner eigenen Wege gegangen zu sein.

Während die beiden Anwärter auf den höchsten Rang im Rudel sich in der Enge der Höhle aus dem Weg gehen, versucht Siyi durch eine beherzte Aufforderung die Situation zur Klärung zu bewegen. Doch ihr Versuch wird durch einen erfreulicheren Umstand vereitelt: Während ihrer Unterhaltungen, legt sich der Sturm. Die Sonne beginnt die Umgebung zu wärmen. Die Wärme beginnt nicht nur den Schnee, sondern auch die eisige Stimmung der Rudelwölfe zu tauen. Das Rudel wagt sich wieder hinaus. Samael macht sich mit dem schwarzen Welpen Mortis, Floéka und Siyi auf den Weg, um ein wenig zu jagen und die neue Freiheit in der Natur zu genießen. Waren nun alle Probleme aus der Welt geräumt?

7 | Eine neue (Jahres-) Zeit?

Der Schneesturm hatte sich nun nach langem und durchhaltendem Wüten doch endlich dem Frühling beugen müssen. Der vor einigen Tagen noch wolfskörperhohe Schnee begann, sich langsam in einzelne Wassertröpfchen zu zerlösen und es dauerte nicht lange, da war so gut wie das ganze Revier der Night-Wolves vom langsam lästigen Anblick der weißen Decke befreit. An ihre Stelle traten das zaghaft sprießende Grün von Knospen und Gräsern, auf das die Natur in diesem Jahr so lange hatte warten müssen. Aber nun war es soweit. Nicht nur die Wölfe, sondern auch anderes Getier wurde aus dem Winterversteck gelockt und zur Nahrungssuche bewegt. Eine gute Gelegenheit für das Rudel, die aufgebrauchten Vorräte wieder aufzufrischen. Man beschloss eine Jagd.

Doch gerade, als sich das Rudel auf den Weg machen will, erklingt ein Heulen- ein neuer Wolf namens Soulreaper hatte das Revier betreten. Nach einigen grü´ßenden und klärenden Worten, erlaubt Tatze Soul im Rudel zu bleiben und bietet ihm an mit den anderen zu jagen. Bevor es jedoch zur geplanten Jagd kommt, verschwindet Mortis, von Neugier und Langeweile getrieben im Wald, um die Gegend zu erkunden. Dabei merkt er nicht, wie er am Waldrand immer weiter auf einen Braunbären zuläuft und diesem schließlich begegnet. Als sein Verschwinden an der Rudelhöhle auffällt, sind alle in heller Aufregung- besonders Tatze. Suchtrupps werden gebildet, um den jungen Wolf ausfindig zu machen, als Siyi davon berichtet einen Bären im Wald gesehen zu haben.

Während Soulreaper sich mit Floéka auf den Weg macht, sprintet Siyi mit dem alten Alphawolf durch den Wald. Nach zunächst erfolglosen Minuten, stehen die beiden Ranghohen plötzlich unerwartet dem Bären gegenüber, vor dem Mortis scheinbar leblos im Gras liegt. Tatze und Siyi stellen sich schützend vor den kleinen Wolf und versuchen das braune Tier mit Drohgebärden von dem kleinen Körper fortzujagen. Floéka und Soulreaper kommen kurze Zeit später hinzu und es wird klar, dass sie trotz ihrer Überzahl keine Chance gegen den scheinbar übermächtigen Bären haben.

So nimmt Tatze, dessen einziger Wunsch das Weiterbestehen des Rudels ist, die Gefahr auf sich, den Bären in den Wald zurückzudrängen, während die anderen Mortis und sich selbst in Sicherheit bringen sollen. Nur mit strengen Befehlen und heftigen Drohgebärden gelingt es dem schwarzen Altrüden, den Feind in die richtige Richtung zu drängen. Doch gerade, als Wolfstatz denkt es geschafft zu haben und die Deckung und Vorsicht für kurze Zeit fallen lässt, passiert es. Ein kurzer Prankenhieb und der schwarze Wolf scheint gebrochen.


"Ein lautes, kurzes Aufjaulen vor Schmerz entschlüpfte Tatze's Kehle und der Aufschlag auf dem noch vom Frost harten Waldboden presste ihm die Luft aus dem Lungen. Ein leises Knacken verriet wohl, dass einige Rippen im Brustkorb des Wolfes gebrochen waren und rotes, warmes Blut rann in einem dünnen Faden aus seinem Maul. Er atmete flach und sein Blick war getrübt, seine Augen halb geschlossen. In dem schmalen Schlitz, mit dem er die Welt noch sah, erblickte er den wütenden Bären, der brummend und knurrend auf ihn zugetappst kam. Nun schloss der Altwolf gänzlich die Augen. Sein Leben, wie es begann und seine langen Fortlauf nahm, spielte sich in Zeitraffer wie ein gehetzter Film vor seinem geistigen Auge ab. Er dachte an seine Eltern, an den Tag, an dem die Menschen alle töteten und er vertrieben wurde. An den Schmerz, den er damals empfunden hatte und an die Einsamkeit, in der er oft verweilt war. Mit einem unter Schmerzen hochgezogenen Mundwinkel dachte er an die Fähe Saja, seine einzige und treuste Gefährtin, die ihn aufgebaut hatte, mit der er gelacht hatte, viel und gern zusammen war, die er über alles geliebt hatte und doch auch wieder verlor. Er dachte an Einsamkeit, der zu seinem Ziehsohn geworden war und an sein langjähriges Rudel, die Night-Wolves, die er mit aller Kraft am Leben erhalten hatte. Und er dachte an Mortis und mit Wehmut daran, dass er ihm nicht helfen hatte können. Sein letzter Gedanke, den er mit leiser Stimme und kaum bewegten Lippen flüsterte, galt aber immernoch seinem Rudel. Er wollte nicht, dass mit seinem Verschwinden die Night-Wolves zu Grunde gingen.

"Die Night-Wolves müssen erhalten bleiben... sie müssen weiterbestehen.. Die Night-Wolves müssen weiterbestehen. Hört ihr? Die Night-Wolves.."

Immer wieder und immer fort konnte man das leise Wispern des sterbenden Wolfes an Ort und Stelle des Geschehens hören. Und es erstarb erst, als der Bär zum letzten Streich ausholte und ewige Dunkelheit den schwarzen, prächtigen Wolf, der nun mit Staub bedeckt dort lag und nur noch einen letzten und einzigen Wunsch hatte, umhüllte. Eigentlich war es kaum vorstellbar. Er hatte so lange gelebt. Doch nun war er gegangen. Wolfstatz war tot."

8 | "Die Night-Wolves müssen weiterbestehen!"

Trauer erfüllt das Rudel, nach dem Tod von Mortis und Tatze, der diesen beschützen wollte. Doch es bleibt nicht viel Zeit um der Trauer Ausdruck zu verleihen, denn das Rudelgeschehen muss weiter geführt und somit der letzte Wunsch des alten Alphas erfüllt werden. Samael hat den Alphaposten übernommen und ist somit auch der erste, der den Neuankömmling Devaki im Revier begrüßt. Groß ist das Erstaunen jedoch beim Auftauchen des Rüden, denn seine Ähnlichkeit mit dem verstorbenen Tatze ist erstaunlich. Nachdem Siyi in Erfahrung gebracht hat, dass der Schattenwanderer der Sohn Tatzes ist, wundert sich darüber jedoch keiner mehr.

Vielmehr ist das Rudel mit der andauernden Hitze beschäftigt, die sogar den Flusslauf beinahe zum versiegen bringt. Guter Rat scheint teuer, und so teilt Samael zwei Truppen ein, die sich auf Wassersuche begeben sollen. Er selbst geht mit Floéka, denn es gilt Unstimmigkeiten um den Alphaposten zu klären. Siyi und Devaki suchen in südlicher Richtung und sind dabei gezwungen das angrenzende Land zu betreten.

Der Gedanke, dass ein fremdes Rudel dieses Gebiet für sich beansprucht haben könnte, verfliegt bald, als sie merken, dass die Wölfe, die sich in der Nähe aufhalten, nichts miteinander zu tun haben, sondern einfache Wanderer sind. Umso größer ist ihre Verblüffung, als sie sich plötzlich ganzen Fünf von diesen gegenüberstehen sehen- Amalia, Darkeye, Dannsair, VanityFair, Helushka.

In der Zwischenzeit ist es Samael und Floéka gelungen einen Damm zu brechen und somit den Flusslauf wieder mit Wasser zu füllen. Das Rudel scheint gerettet und die beiden machen sich auf den Weg zu Siyi und Devaki, die mit den fünf Fremden ein wenig überfordet zu sein scheinen. Doch mit der Ankunft der beiden und der kurzen Begrüßung und Vorstellung aller Beteiligten scheint die Lage sich zu beruhigen, ehe ein starker Regenguss einsetzt und das Rudel samt Neulingen sich einen Unterschlupf suchen muss.

Die Gefahr der Trockenheit ist also gebannt, aber die große Frage lautet wohl: Was wird nun mit dem Rudel geschehen? Eine Neuordnung würde wohl nötig werden, doch der Wunsch des alten Alphas war erfüllt: Das Rudel bestand weiter und Tatze konnte nun ruhig auf Wulfs Pfaden wandeln.

9 | Freund.. oder Feind..?

Endlich war mal ein wenig Ruhe eingekehrt, hatte die Kleine Gruppe doch zunächst ein wenig Hektik ertragen müssen. Ruhige Tage, wenn nicht Wochen hatten ihre Bahn gezogen. Schließlich aber galt es auch an diesem Tag, nach und nach aufzuwachen...ein Vorhaben dem schließlich jeder nachkam. Die nur durch vereinzeltes Gemurmel und Gespräche gestörte Stille, wurde im nächsten Moment allerdings durch ein Heulen unterbrochen – der nächste Fremdling hatte sich angekündigt. Dannsair, vorwitzig wie eh und jeh, hatte schließlich geantwortet...wenig verwunderlich mutete da an, dass er von Deva gerügt wurde. Jedoch nahm Deva Dannsair zumindest mit zur Fähe, die sich nach kurzem Gespräch als Nayru vorstellte. Entgegen des einzelnen Heulens – Nayru hatte ja geheult – fand sich am Ort auch Broken ein, ein durchaus stattlicher Rüde. Devaki und der selten stillstehende Dannsair brachten beide schließlich zum Rudelplatz, wo Siyi mittlerweile die Stimme erhoben hatte, um alle zusammen zu trommeln..einige waren hier mehr, andere weniger begeistert. Nach einem kurzen Gespräch zwischen Siyi und ihrem Beta ging es auch schon Richtung Weiher, wo man jedoch zum Leidwesen der meisten feststellen musste, dass das Wild sich gen Norden abgesetzt hatte. Allerdings fand die Alpha durch eigenen Einsatz heraus, dass da offenbar doch noch eine Gruppe älterer Hufer zurückgeblieben war, bzw. zurückgelassen worden war. Nach der Jagdeinteilung ging es schließlich auf die Pirsch, allerdings ohne Helushka.

Jener blieb mit Amalia, DarkEye, dem Alpha Samael und Vanity Fair am Rudelplatz um abzuwarten und die Höhle zu sichern, unterbrach das aber um mit Amalia und nach kurzem geplänkel auch DarkEye in Richtung Fluss zu watscheln. Vanity Fair nutzte die Gelegenheit und beendete ihren kurzen 'Gastauftritt'. Die zwei Fähen mitsamt dem Rüden – Samael blieb am Rudelplatz zurück – erreichten indessen den Fluss. Die Jagdtruppe hatte indes mehr oder weniger Erfolg. Nachdem das Wild zunächst durch einen Raubvogel aufgeschreckt wurde, dauerte es einige Weile, bis Dannsair den Rest der kleinen Gruppe warnte, die sich daraufhin in den Einsatz begab. Der junge Rüde nutzte seine Chance, indem er eine der Tiere erlegte als es an ihm vorbeiwollte – die Konsequenzen des nun folgenden Tötens, vor allem aber sich an der Beute bedienens, schätzte er dabei noch nicht ab. Siyi und Devaki erlegten in der zwischenzeit ein zweites Reh – für Siyi ein Grund wenig später zu heulen, da die Jagd für den Moment beendet war. Dass Nayru und auch Broken fehlten, bemerkte zu diesem Zeitpunkt niemand bewusst. In der Zwischenzeit wurde die Kleine Gruppe der Zum-Fluss-Traber noch durch Celine ergänzt, wieder eine Fähe. Jene hatte für einiges an Konfusion gesorgt. Dafür ging Amalia dann nicht mit, so dass sich an der Aufteilung der Geschlechter nur wenig änderte. Am Fluss angekommen wirkte alles ein wenig 'spanisch', Helushka und insbesondere DarkEye vernahmen Spuren, die nicht wirklich zuzuordnen waren, gleichwohl war niemand da, dem man jene melden konnte. Aber das wäre im nächsten Moment eh kaum möglich gewesen, denn nun trat Fin Fish auf den Plan. Nach der kurzen Vorstellung, während der der Entschluss reifte, sich nicht groß aufzuhalten, attackierte Celine Fin Fish – soviel also zu den nicht-feindlichen Absichten. Allerdings kam niemand dazu, Celine zu maßregeln, da jene umgehend verschwunden war. Nur langsam beruhigte sich der kleine Tross wieder und es ging zurück zum Sammelplatz am Weiher, schließlich war man ja gerufen worden. Jedoch verzögerte sich auch die Ankunft von Siyi und Co – zum einen wurde nach den verbleibenden Jägern mit Namen Broken und Nayru gesucht, zum andern trat nun Laisrèan Kegan auf den Plan, der sich durch ein Heulen ankündigte. Ein zumindest für Siyi zunächst verwirrendes Gefühl. Das innere Chaos mochte Bände sprechen, allerdings war die Fassung schnell wieder da. Dummerweise folgte ihr auch noch der zum Beutebewacher angestellte Dannsair, was jedoch zunächst konsequenzenfrei blieb.

Am Rudelplatz angekommen wurden zunächst Floeka für die Suche nach Broken und Nayru, wobei jene Siyi folgen sollte. Helushka und die beiden Fähen übernahmen derweil Dannsairs Rolle der Beutebewachung. Das allerdings war nicht unbedingt das, was Fin Fish sich vorgestellt hatte, so dass jene nach einigen Worten gen Devaki das Weite suchte. Eines stand hier schonmal fest: Ein Fähenmagnet wurde aus Helushka nicht mehr. Nach einigen Stunden die ins Land zogen, entspannte sich die Situation zusehends. Siyi hatte Laisrean mitgebracht und erkannte die mit Bravour erfüllte Aufgabe von Helushka und Dark Eye an – ein Lichtblick. Gleichzeitig erkundigte sie sich aber auch bei Devaki als jener zurückkehrte – leider mit weniger guten Nachrichten. Während Nayru wohl den – langsam typischen – Weg der Fähen hier ging und verschwunden war, hatte sich broken in einen plattgetrampelten Bettvorleger verwandelt, ohne jegliches Leben. Siyi wirkte zwar etwas betroffen, war aber bemüht, das im Interesse aller nicht zu sehr zu zeigen. Helushka erwähnte daraufhin die mit den Fähen entdeckten Spuren, allerdings wurde deren Untersuchung erst einmal verschoben, da Siyi zur Fütterungszeit aufrief. Jene reagierte immernoch leicht entrückt, sobald der Blick den hellsten der Anwesenden Rüden streifte. Währenddessen musste Dannsair auf seine Beute verzichten, Strafe musste schließlich sein. Dies alles geschah während Devaki Helushka und Dark Eye zum Rudelplatz zurückgeleitete, wo Samael nun den verschwundenen zu geben schien – allem Anschein nach hatte sich auch der Alpharüde irgendwohin begeben. Devaki folgte man vor allem deshalb, weil Dannsair mehr oder minder gerufen hatte – die Sorge wuchs langsam vor sich hin. Devaki erfasste Teile der Situation ausgesprochen schnell und erteilte an Helushka und DarkEye, die mittlerweile beinahe unzertrennlich schienen, den Auftrag nach Spuren zu suchen, allerdings im näheren Umkreis. Indessen inspizierte der Betarüde mit Dannsair die Rudelhöhle – und stieß auf...zunächst Blut und schließlich auf Samael, der auf den Ersten Blick für eine Totstellrolle zu proben schien – der zweite Blick und das wittern bestätigten allerdings nur das was der pessimist hätte ahnen müssen: Samael spielte nicht wirklich tot – er war es. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Geschockt von der Situation bewahrte Devaki dennoch weitestgehend die Contenance. Dannsair sandte er aus um die Unzertrennlichen (Helushka und DarkEye) einzusammeln und gleichzeitig die wichtigkeit des Unterfangens zu unterstreichen, während Devaki selbst heulenderweise Siyi – und damit auch Rean – an den Rudelplatz zu rufen gedachte. Die Unzertrennlichen hatten indessen eine interessante Konversation gestartet und übten sich darin, gepflegt aneinander vorbeizureden. Siyi hatte unterdessen selbst mit Rean zusammen Helushka und DarkEye erreicht – und Dannsair natürlich auch. Der hibbelte übrigens etwas nervöser, während nun doch Devaki war, der sich aufmachte den Rest zu finden. Dannsair heulte instinktiv gleich noch einmal und lockte Devaki so an den richtigen Ort, Helushka erklärte nun zumindest Ansatzweise Siyi die Spuren – während Rean sich relativ überflüssig zu fühlen schien. DarkEye bräbbelte, Dannsair hibbelte und zog sich schließlich doch ein wenig zurück, Devaki kam gerade richtig um von Helushka zu erfahren, dass die Spuren die jener mit den Fähen fand zwar groß waren, jedoch nicht genau zuzuordnen waren. Devaki nickte und deutete an, dass man sich doch besser zur Rudelhöhle begeben sollte.Der nicht glückliche Ausdruck auf dem Gesicht des Schwarzen sprach Bände und war für Siyi Zeichen genug, sich ohne Umschweife auf den Weg dorthin zu machen, um zu sehen, was ihrem Gefährten zugestoßen war. Währenddessen folgte ihr der Rest des Rudel, in gemächlicherem Tempo. Gedrückte Stimmung machte sich bei den Wölfen breit, vor allem bei denen, die schon wussten, was vorgefallen war. Eine Ausnahme bildeten Réan und Hel, die mittlerweile festgestellt hatten, dass sie Brüder waren, die sich vor einiger Zeit aus den Augen verloren hatten. Die Wiedersehensfreude war kaum zu verbergen und äußerte sich in einem lebhaften Gespräch auf dem Weg zur Rudelhöhle, während der Rest weitestgehend schwieg. Auch Siyi hatte derweil die Sprachlosigkeit erfasst. Und neben dieser wohl auch die Fassungslosigkeit. Samael war tot. Und die Alphafähe ließ sich von ihrer Trauer übermannen.

Nach und nach trudelte das gesamte Rudel auf dem Rudelplatz ein. Während sich Helushka und der neue, helle Rüde Réan sich ob ihrer wiedergefundenen Brüderschaft lebhaft unterhielten, war der Rest eher schweigsam, vor allem Dannsair. Denn im Gegensatz zu den anderen, wusste dieser ja, was sie erwartete. Doch es sollte nicht lange dauern bis auch DarkEye, Hel und Réan erfuhren, was vor sich ging. Samael, Alpha des Rudels und Sohn von Death, war tot. Ermordet. Nur von wem, das war eine offene Frage. Nichtsdestotrotz- Der Tod ist nur eine weitere Station, ein Weg, den wir alle beschreiten müssen und so groß die Trauer um den Verlust des schwarzen Rüden auch sein mochte, das Leben im Rudel musste weitergehen. Das wusste auch Siyi, auch wenn niemand daran zweifeln würde, dass der Tod ihres Gefährten sie am schwersten traf. Rache war das Zauberwort, das jeden Schmerz linderte. Nach außen hin wurde der Schein gewahrt, doch im inneren brodelte es. So wie es wohl im gesamten Rudel in den kommenden Tagen und Wochen Unruhe und Geflüster geben würde. Ein Neuanfang stand bevor, doch wie er sich gestalteten würde, konnte zu diesem Zeitpunkt niemand sagen.

-Spielleitung

10 | Auf der Spur eines Mörders

Die Zeit heilt alle Wunden. Doch zwei Wochen waren keineswegs eine ausreichende Zeit um die Geschehnisse der letzten Zeit vergessen zu machen. Wenn man es realistisch betrachtete, machte das Rudel eine starke Veränderung durch. Denn wer blieb von den alten Rudelwölfen? Samael war tot, Amalia verschwunden und auch Vanity Fair, Celine und FinFish hatten sich wieder ihrer eigenen Wege zugewandt. Doch dem Neuaufbau ruhigen Gewissens stand noch etwas im Wege. Der Rachegedanke. Siyi war wohl die, bei der sich der Wille Samaels Schlächter zu finden am stärksten eingeprägt hatte, wenngleich alle auf eine gewisse Weise beunruhigt schienen von dem unbekannten Etwas, das sich in ihrem Revier herumtrieb und Alphawölfen den Tod brachte. Während die Braune aber im Stillen ihre Rachepläne schmiedete, herrschte immernoch Trauer, auch wenn diese sich bei denen, die Samael nicht oder kaum gekannt hatten, wohl in Grenzen hielt. Viel spannender schien da die Frage zu sein- vor allem unter den Rüden- wer den freigewordenen Posten des Alpharüden übernehmen würde.

- Spielleitung
Das Rudel - mittlerweile nur noch bestehend aus Siyi, DarkEye, Dannsair, Helushka, Devaki und Réan - hat sich auf dem Sammelplatz eingefunden um vom verstorbenen Alpha Abscheid zu nehmen. Ungestört bleiben die sechs jeodch nicht lange. Zwei Fremdlinge kündigen sich vom NordWesten her an und Siyi beschließt diese in Begleitung von Dannsair und Devaki aufzusammeln. Einige Zeit später treffen die drei auf eine dunkle Fähe- Minami. Von dem zweiten Fremden ist jedoch nichts zu sehen und auch die neue Fähe scheint nichts von ihm gesehen zu haben. Siyi kehrt daraufhin mit Minami zum Sammelplatz zurück, während Deva und Dann weiter die Spur des zweiten Fremden verfolgen.

Hel, Réan und Darki derweil können die Ruhe der Dreisamkeit nur kurz genießen. Ein kurzes Knacken im Wald und plötzlich steht ein schwarzer Rüde mit blutverschmierten Lefzen vor ihnen. Láines gibt sich zunächst unterwürfig, doch die drei lassen sich nicht täuschen. Die letzten Ereignisse sind noch zu frisch, als dass der Blutgeruch etwas anderes als pures Misstrauen auslösen könnte. Zumal der Schwarze etwas von einer toten Wölfin erzählt, die er angeblich von ihrem Leid erlöst hat.

11 | Herbstmomente

Vier Wochen. Und es war ruhiger geworden. Nicht nur die Natur hatte mit dem Herbst angefangen die Leiden des Sommers hinter sich zu lassen. Die Bäume verloren ihr grünes Kleid - nach und nach verfärbten sich die Blätter zu einem Farbenspiel aus rot, gold und braun. Es war ein jährliches Wunder, dass der Herbst in das kleine Tal brachte und so mancher der Wölfe konnte sich nicht sattsehen an seiner Schönheit. Es war Balsam für die Seele, ebenso wie der Umstand, dass sich nach den Ereignissen im August einfach nichts ereignet hatte. Nichts ungewöhnliches jedenfalls mehr und so langsam aber sicher begann auch der Unruhigste von ihnen die trüben Gedanken aus seinem Kopf zu vertreiben. Es wurde Zeit nach vorne zu schauen und ein altes Vorhaben in die Tat umzusetzen. Das Rudel musste das werden, was es eigentlich sein wollte- eine Gemeinschaft. Doch wer dies wie und wo umsetzte - und auch umsetzen wollte - das wusste noch niemand. Der Bär treibt nicht länger sein Unwesen, die Wölfe sind ihn ein für alle Mal los und insbesondere Siyi hat ihre Rache bekommen.

-Spielleitung
Das Rudel hatte sich zerstreut. Jeder genoss auf seine eigene Art den friedlichen Tag. Obwohl vielleicht ein mancher gern allein geblieben wäre, fanden sich nach und nach kleinere und größere Gruppen zusammen. Nicht verwunderlich beim Wolf, einem Rudeltier. Bei Arkas stand an erster Stelle die Sorge um seine Schwester Miu. Sie hatte sich allein auf die Socken gemacht und Thorn hatte nur mäßigen Erfolg, als er die Sorgen des anderen Rüden etwas beruhigen wollte aber er erfuhr ein wenig mehr über Arkas‘ und Mius Vorgeschichte. Auch Thorn gab einen kleinen Teil von sich preis, allerdings brach er ebenso wie Arkas recht schnell wieder ab. Die beiden wechselten den Weg und trafen nicht lange darauf auf Siyi, die Alphawölfin. Schnell war von der Idee ‚zu Jagen‘ berichtet und Siyi schloss sich den beiden Rüden an. Allerdings blieben sie nicht lange nur zu dritt. Die Jagdplanung war schon im Gange als Helushka und Yeven auf den Plan traten. Die beiden hatten sich zuvor ein wenig genauer beschnuppert. Siyi lud sie ein, ohne wirksame Einwände der anderen, an der bevorstehenden Jagd Teil zu haben. Die Planung ging weiter, wurde etwas umgestellt und schließlich ging es voran der Beute entgegen.

Zunächst schien alles nach Plan zu verlaufen. Arkas und Yeven wurden auf die Lauer geschickt, während Helushka, Thorn und Siyi die Beute zu ihnen treiben würden. Doch das Glück war nicht mit den Wölfen. Die Herde ahnte die Gefahr und im Nu geriet das vielversprechende Futter in Panik. Eine Ricke, dessen Jungtier im Fadenkreuz der Wölfe gestanden hatte, machte Kehrt und ging auf die Thorn und Helushka los. Letzteren erwischte es böse und er sah seine Rettung nur noch in der Flucht und auch Thorn nahm seine Pfoten in den Fang und floh. Siyi hatte nicht alles im Trubel mitbekommen, war aber fest entschlossen für Beute zu sorgen. Durch ihren Einsatz bekam Thorn wieder Mut und es gelang so, doch noch die Ricke und ihr Jungtier zu erlegen. Jeder der beteiligten Wölfe hatte seinen Job gut gemacht, bis auf Helushka, der von da an verschwunden war…

Während die einen fröhlich jagten, hatten sich ein Schwarzer und ein Heller beim Geröllfeld gefunden: Devaki und Laisrean. Sie wollten beide den Sonnenuntergang von ganz oben betrachten. Es entstand während des Kletterns ein tiefsinnigeres Gespräch, das von Bekanntschaften über Verwandtschaften bis hin zu wichtigen Angelegenheiten ging. Auch das Thema ‚Leitwolf und Leitwölfin‘ war dabei und unverkennbar schien Rean den Schwarzen für einen geeigneten Kandidaten zu halten, während Devaki das entschieden von sich wies und eher auf Rean setzte. Schließlich wanderte das Thema aber mehr in die Vergangenheit der beiden Rüden, während sie die Höhe erklommen hatten und den wunderschönen Anblick des Sonnenunterganges genossen. Auch die Jäger blieben den beiden Rüden nicht verborgen. Der Ausblick war gut und verschaffte einen guten Überblick über einen großen Teil des Revieres. Und während die Sonne immer tiefer sank, kamen auch so einige Gedanken über kleine, quirlige Fellbälle auf, auch als Welpen bekannt.

Wie es der Zufall so wollte liefen sich auch die anderen drei Wölfe, allesamt mit schwarzem Pelz, über den Weg. Zuerst ein wenig einsam, war DarkEye hoch erfreut auf Minami und Dannsair zu treffen. Es entstand eine kleine Plauderei die von einem kleinen Spaziergang umrahmt wurde. Dannsair, quirlig wie eh und jeh hatte aber auch schnell wieder für andere Dinge seine Neugier gepachtet, z. B. für kleine Käfer. Ein Spaziergang am Strand war da aber nicht zu verachten. Dieser verfolgte ein ähnliches Ziel, wie das von Laisrean und Devaki: Die drei Schwarzen wollten ebenso den Sonnenuntergang betrachten. Während DarkEye mit den Wellen spielte, beobachtete Dannsair dies Spiel, bis er anfing sich über die bunten Blätter an den Bäumen zu wundern…

So ging auch der Herbst ins Land. Während Dannsair erklärt wurde, warum die Bäume erst bunte Blätter bekamen und dann ihr Kleid ganz abwarfen, Réan einige letzte, goldene Sonnenuntergänge am Meer betrachten konnte und Arkas und Thorn sich enger annäherten, als man es beiden ob ihrer harten Schale je zugetraut hatte, gab auch in dieser Jahreszeit Verluste, die das Rudel zu beklagen hatte. Heluhska blieb verschwunden. Seine Spur führte weit aus dem Revier hinaus und auch die angesetzte Suchaktion brachte ihn nicht wieder zurück. Arkas indes hatte sich – wenn auch etwas unfreiwillig – mit Laínes auf die Suche nach seiner Schwester Miu gemacht. Wie grausam war die Entdeckung ihres toten Körpers, der einen Abhang heruntergerutscht war. Das Rudel trauerte mit Réan und Arkas und der Braune machte sich Vorwürfe, doch zurück brachte sie das nicht. So spielten Leben und Tod. Der blasse Gefährte nahm, wann es ihm beliebte und der strahlende gab, wenn man glaubte die Not sei am größten. So hielt der Winter Einzug und mit ihm nahm die Rückkehr von Lebendigkeit und Freude seinen Anfang.
-Spielleitung

Eisiger Winter (Zwischenzusammenfassung)

Für Arlyn Kýran Aideén war es der erste Winter ohne die Sicherheit ihres Heimatrudels und ihrer Familie. Sie hatte sich damals mit dem Ziel aufgemacht ihren besten Freund aus Kindertagen, Alýren, zu finden und war dabei unverhofft auf Chess Láines Kyrlin gestoßen, dem Gefährten ihrer Patentante. Erfreut über ein bekanntes Gesicht hatte sie beschlossen vorerst bei den Nightwolves zu bleiben und über die verschneiten Tage hinweg schien sie ihr Ziel immer weiter zu verdrängen. Oft war sie in Gesellschaft von Láines zu sehen, zu dem sie sich auf eine seltsame Weise hingezogen fühlte. Der Verlust einiger Wölfe hatte ihr etwas zu schaffen gemacht, vorallem Helushkas verschwinden betrübte sie, doch ihr 'Onkel' vermochte ihr über diesen Verlust zu helfen. Weiterhin war sie freundlich und offen – mit übler Laune war sie noch nicht mal im schlimmsten Sturm anzutreffen, sie vermochte immer wieder etwas Schönes zu erkennen und versuchte ihre Einstellung den anderen Wölfen zu vermitteln. Während der Ranz entdeckte sie junge Wölfin eine neue Seite an sich – sie war zu einer jungen Wölfin herangewachsen und musste zum ersten Mal durch diese besondere Zeit. Verwirrend wie es war, atmete die Dunkle erleichtert auf, als die Ranz sich dem Ende neigte und alles wieder normal verlief – bis die Welpen geboren wurden. Die selbst noch kindische Fähe liebte die neuen Mitglieder und verbrachte ihre Zeit gerne mit ihnen.

Alle hatten erwartet, dass der Tod seiner Schwester Arkas schwer zu schaffen machen würde. Einige der Wölfe munkelten sogar, dass der Rüde sich umdrehen und laufen würde, weil er ohne seine Schwester keinen Grund hätte im Revier zu verweilen. Dem schien tatsächlich so. Nach dem Fund der nahezu eindeutigen Zeichen für ihren Absturz entfernte er sich und blieb einige Tage verschwunden. Doch Arkas kehrte zurück und blieb am Ende. Den Tod von Miu schien er schneller verkraftet zu haben als gedacht. Anfangs noch mürrischer und abweisender als vorher, bemühte er sich einige Wochen später ein weing freundlicher daher zu kommen und ein wenig Kontakt zum Rest des Rudels aufzubauen. Das nicht alle etwas mit der knurrigen Art des Braunen anfangen konnten, war sicher kein Wunder. Doch man lernte damit umzugehen und die Wölfe begannen Arkas so zu akzeptieren, wie er war. Insbesondere Devaki fungierte nach dem Tod von Thorn als Ansprechpartner für Arkas, er schien ihm der am ruhigste und am wenigsten störende Gesprächspartner - und als Betarüde musste sich der Braune ohnehin mehr oder weniger mit ihm gut stellen. Vielleicht war dies auch der Grund, warum er sich weitestgehend aus der Ranz heraus hielt.

Der Winter verlief für Chess Láines Kyrlin recht ereignislos. Als Rudelmitglied verhielt er sich vorbildlich und freundlich, zu jedem sehr nett und hilfsbereit. Vor allem vor den Rangwölfen Siyi und Devaki galt es für ihn sich gut zu stellen, ohne dabei aufdringlich zu wirken und nichts auf sich kommen zu lassen. Es war immer praktisch das Vertrauen der oberen Wölfe zu besitzen. Erst recht nach seinem etwas verpatzten Rudelbeitritt sah er dies als notwendig an. Noch einen Fehler würde er sich nicht erlauben. Als ehemaliger Beta eines großen Rudels war er sehr geübt darin seinen Charme auf subtile Art und Weise spielen zu lassen. Diesem Charme in Verbindung mit einer großen Portion Lebenslust schien vor allem seine junge Bekannte Arlyn verfallen zu sein. Die junge Wölfin war sehr häufig bei ihm an zu treffen und auch er hielt sich nie unfreiwillig in ihrer direkten Nähe auf. In der Ranzzeit allerdings hielt sich der schwarze Rüde etwas auf Distanz. Würde man ihn nach dem Grund fragen würde er mit „Höflicher Zurückhaltung.“ antworten. Gar nicht erst auf falsche Gedanken kommen.

Für Dannsair hatte der Winter mit endlosem Spiel und Spaß begonnen, endlich konnte er wieder Schnee unter seinen Pfoten spüren, mit den eisigen Winden tanzen. Es war eine Zeit der Ausgelassenheit und alter Erinnerungen an seine Heimat. Der erste Winter mit dem neuen Rudel, der erste Winter, den er wieder in Gesellschaft verbringen durfte. Die Düfte, die diese Jahreszeit begleiteten, hätte er fast vergessen, denn als sie ihm vor zwei Jahren das erste Mal in die Nase gestiegen waren, da hatten sie ihm nichts als Unglück gebracht, ihn von seiner Familie getrennt und so stand er ihnen auch diesmal eher vorsichtig gegenüber. Es war wohl eher ein Zufall, dass er eines Nachmittags auf Yeven traf, alleine und abseits des Rudels und aus einem ausgelassenen Spiel plötzliche Nähe wurde. Für den Rüden war es eine völlig neue Erfahrung, doch er hatte sie als durchweg positiv verbucht. Seine Beziehung zu der hellen Fähe sollte sich nicht grundlegend ändern, bis sie plötzlich rundlich wurde und es dem Tänzer nach und nach dämmerte. Er hatte zum ersten Mal in seinem Leben aktiv an seiner Zukunft gewirkt und zwar einschneidend. Diese Erkenntnis traf ihn so überraschend, dass er erst einmal Abstand zu den Wölfen suchte, was sich jedoch ändern sollte, als das junge Glück endlich das Licht der Welt erblickte.

Währenddessen hatte Devaki mit ganz anderen Dingen zu kämpfen. Das Gespräch mit Réan im Herbst hatte dem Rüden einiges an Stoff zum Nachdenken gegeben, hinzu kam die Trauer über den verschwundenen Helushka und Mius und Thorns Tod. Deva hatte den alten Grauen wirklich gemocht und insbesondere für Arkas tat es ihm Leid. Doch er hatte neben Siyi die Verantwortung über das Wohlergehen des Rudels zu tragen - es blieb wenig Zeit um zu trauern. Stattdessen kam die Ranz. Deva hatte inzwischen Frieden - nun ja, wohl eher einen Waffenstillstand - mit seinem Vater geschlossen und nahm sich Réans vorige Worte über das Alter und die Freude der Väterlichkeit mehr zu Herzen, als es ihm lieb war. Dennoch glaubte er kaum, dass das der alleine Grund war warum er und Siyi in der Ranzzeit so nah zusammenkamen. Siyi war eine starke Fähe, eine gute Alphawölfin und hatte die Zuneigung des Schwarzen durchaus gewonnen, wenngleich er sich sicher war, dass sie ihm nie das an Empfindungen entgegen bringen konnte, was sie für Samael empfunden hatte. Das erwartete Deva nicht und hätte er auch gar nicht erwidern können. Es war gut, dass es passiert war. Sie verstanden sich gut und das Rudel hatte seinen Nutzen von der Verbindung. Es würde Nachwuchs geben, das Weiterbestehen des Rudels war gesichert. Und Devaki war sich sicher, dass er die Vaterrolle besser ausfüllen würde als sein eigener Vater das getan hatte.

Auch für die ruhige Minami betrauerte die Verluste des Rudels. Helushka, Miu und zum Schluss Thorn, keiner war mehr da. Doch die schwarze Fähe kannte keinen der drei so besonders, um diese Verluste nicht zu überstehen. Im Rudel hielt sie sich eher zurückgezogen im Hintergrund, überließ anderen das Reden. Dann kam die Ranzzeit. Minami konnte nicht mit Welpen, sie wusste, dass Siyi ihren Alphapflichten nachkommen musste um den Fortbestand des Rudels zu sichern. Doch ertrug sie den Gedanken an wuselnde Welpen überall nicht wirklich und als die Fähe spürte wie auch Yeven sich veränderte, zog sie sich immermehr zurück, war oft allein unterwegs und fragte sich ob dies hier ihr Lebenziel sein würde. Ein Rudel, ein Zuhause oder ob es noch mehr vom Leben für eine Fähe im besten Alter gab. Hatte sie nicht immer ein Rudel gesucht oder war es doch Wunschdenken gewesen und sie wollte nun doch etwas anderes? Eines Nachmittags war sie zur Mäusejagd im Schnee verschwunden, doch führten ihre Pfotenspuren weit über das Revier hinaus, sie war gegangen um ihre Wirkliche Berufung zu finden. Ob sie wiederkommen würde, wusste das Rudel nicht.

Yeven mochte den Winter nicht besonders. Es war stets eine Zeit der Trostlosigkeit und des Mangels. Wirbelnder Schnee, der einem die Sicht raubte und die Kälte, die einem die Taubheit in die Pfotenballen trieb. Es war nun Yevens vierter Winter und doch hatte sie sich nicht an den schnellen Wechsel der Jahreszeiten gewöhnt und fürchtete die weiße Pracht, wie einen Feind. Doch dieses Jahr war es anders, denn diesmal gab es etwas, oder besser gesagt jemanden, der sie die Kälte kurz vergessen ließ. Dannsair, ein junger unerfahrener schwarzer Rüde, der von allen nur 'der Tänzer' genannt wurde. Und Yeven ahnte erst, was geschehen war, als sie das neue Leben bereits in sich wachsen spürte... Ein kurzer Winter wurde es für Schneedorn. Gut hatte sich der Rüde integriert, an manchen Tagen schien es fast, als hätte er die schrecklichen Ereignisse aus seiner Vergangenheit vergessen. Doch Thorn war alt und die Sehnsucht nach seiner Familie holte ihn ein, als die Kälte am größten war. Arkas berichtete, dass der Graue sich auf den Weg gemacht hatte. Seinen letzten Weg, denn Thorn sollte nie wieder zurückkehren.

12 | Welpenglück

Zwei Fähen des Rudels hatten empfangen. Ein wenig ungewöhnlich, aber in Anbetracht der vergangenen Ereignisse und durch das gegenwärtige hohe Beuteaufkommen war es wohl tragbar. Siyi war eine der Fähen. Durch ihre Position im Rudel konnte man es beinahe als eine Art Pflicht betrachten, für den Fortbestand der eigenen Art zu sorgen, aber es war mehr als nur der natürliche Instinkt gewesen, der sie zu Devaki geführt hatte. Yeven war die andere Fähe, welche das Welpenglück erfahren durfte. Vielleicht war es ein wenig verwunderlich, aber mit Dannsair schien sie traute Zweisamkeit gefunden zu haben. Die helle Fähe mit dem Handicap schien Siyi ein wenig ans Herz gewachsen zu sein und wieso nicht auch einmal von den gewohnten Regeln abweichen…? Die Höhle bot ausreichend Platz für beide Fähen und ihren kommenden Nachwuchs… Der erste Blick in die Welt lag nun schon beinahe fünf Wochen zurück. Die Welpen waren kräftig gewachsen und hatten schon einiges gelernt, vor allem wie man die anderen auf Trab hielt.

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Einige Wochen ist es her, dass zwei Würfe gefallen sind. Während Siyi zwei Rüden und zwei Fähen auf die Welt brachte, konnte sich Yeven über eine kleine Fähe freuen. Das Rudel hat alle Pfoten voll zu tun die jungen Wölfe, die immer agiler werden, im Auge zu behalten. So auch an diesem Morgen. Shila erwacht scheinbar als erste und verlässt die Rudelhöhle. Ihre Eltern und Kainuu folgen ihr und während die junge Fähe von ihren Träumen erzählt, kommt Yeven zu der kleinen Gruppe hinzu und sucht nach Yoruba. Da ihre Eltern nun kurz abgelenkt sind, will Shila die Gelegenheit nutzen um ebenfalls einen unbemerkten Ausflug zu unternehmen. Sie versucht Kainuu zum Verschwinden zu überreden – doch die lehnt ab. Währenddessen haben sich Yoruba und Liath unbemerkt davongeschlichen, um Abenteuer im Wald zu erleben. Sie werden aber prompt von Arkas erwischt, der sie zurück zum Rudelplatz schicken will. Doch die drei treffen auf ein Urson, ein Stachelschwein Nordamerikas. Die beiden Welpen wollen das Tier eingehend untersuchen. Dabei werden sie vom hinzukommenden Dannsair unterstützt, während Arkas, der ein paar Stacheln des Ursons zu spüren bekommen hat, zum Rudelplatz zurückkehrt. Die drei „Welpen“ beobachten das Tier weiter, bis Yoru Arkas zum Rudelplatz folgt und dort ihre Mutter wiedertrifft.

Doch Dannsair und Liath bleiben nicht lange allein. Sowohl DarkEye als auch Siyi gesellen sich zu ihnen. Die beiden Rüden beschließen zurück zum Rudelplatz zu gehen, während DarkEye Siyi mitteilt, dass sie das Rudel verlassen wird. Siyi verabschiedet die Fähe und folgt den anderen. Der am Rudelplatz verbliebene Teil der Wölfe hat sich derweil zum Strand und zum Meer aufgemacht, wo sie auf Arlyn und Laines treffen. Die beiden wollen die älteren Wölfe beim „Welpenhüten“ unterstützen – was auch dringend nötig ist, denn die jungen Wölfe haben das Meer und seine Bewohner entdeckt. Und während Shila mit einer Krabbe Bekanntschaft schließt, kommen auch Dannsair und Liath am Strand an. Der junge Wolf unternimmt sogleich mit seinen Schwestern Kainuu und Shila erste Schwimmversuche. Die beiden Welpinnen wagen sich ein wenig zu weit hinaus. Sie drohen unterzugehen, werden aber von Arlyn gerettet, die als lebendige Rettungsinsel herhalten muss. Liath ist dagegen wenig begeistert vom Salzwasser und seiner brennenden Wirkung im Hals und versucht sich bei Devaki und Laines, die mittlerweile in ein Gespräch verwickelt sind, über das Meer zu beschweren. Als Réan am Strand auftaucht, entschuldigt sich Devaki und lässt Liath mit Laines allein, um sich vom seinem alten, sterbenden Freund zu verabschieden. Laines – nun also mit Liath allein - wird von diesem mit Fragen zum Meer und den Wellen durchlöchert – bis dieser ihm erklärt, wer die Wellen im Meer macht: Die Windhexe!

Auch Shila will wissen, wer die Wellen macht und will mit Kainuu einen weiteren Schwimmversuch unternehmen. Bei einem Tauchgang will sie herausfinden, wer das Wasser abschubst. Doch Kainuu sieht ihren Vater und den toten Réan und geht zu ihrem geliebten Papa, um ihn zu trösten. Deva versucht ihr den Tod zu erklären. Auch Yorubas Eltern Dannsair und Yeven bleiben nicht von der Neugierde ihrer Tochter verschont. Während der Welpenfragestunde – in der Dannsair unter anderem erklären muss, wo Yoru herkommt – werden sie von Arkas belauscht, was wertvolle arkische Erziehungstipps natürlich mit einschließt. Auch nach Yevens Vergangenheit erkundigt sich Arkas, bis er sich zum Schwimmen zurückzieht

Mittlerweile ist auch der letzte der Welpen, Namid, bei den anderen angelangt. Shila, die zurück am Strand ist, verleitet ihn zu einem Wettlauf. Die beiden fassen den Plan , allein zum Weiher zu gehen, um dort zu schwimmen, werden aber wieder von Arkas abgefangen. Auch Yoruba, die mittlerweile die Fragestunde mit ihren Eltern beendet hat, gesellt sich zu den Dreien und will mit ihnen gehen. Mit Dannsair kommt Unterstützung für Arkas und die fünf machen sich auf den Weg.

Fast wollte er skeptisch werden, als Arkas zu seinen Mahnungen ansetzte, doch letztendlich bereitete ihm die Art des Rüden große Freude und ein leichtes Schmunzeln zog sich über seine Lefzen. Das machte der Bunte schon ganz gut, aber immerhin hatte er auch eine Schwester gehabt, auf die er wohl ständig aufpassen musste. Natürlich war ein Haufen Welpen noch ein ganzes Stück wuseliger, unübersichtlicher, aber mit den Dreien sollten sie fertig werden. Waren doch alle.. gut erzogen.. oder so.
– Dannsair

13 | Nächtliche Abenteuer

Das Revier lebte, das Rudel lebte und mit dem Sommer begann die Zeit für die Welpen zu lernen. Lernen, wie das Revier sich aufbaute, wo Gefahren lauerten, welche Nahrung man essen konnte, wie man sich anschlich, wohin man gehen konnte und noch vieles mehr. Bis zum Herbst musste alles Grundlegende in den Köpfen der Welpen verankert sein, sie mussten kräftig genug sein um den dann anstehenden Winter gut überstehen zu können. Bis dahin waren es noch einige Monate, doch vor allem die Eltern der Kleinen waren darauf erpicht den Welpen so viel wie möglich beizubringen – auch um den schier unstillbaren Wissensdurst und die Abenteuerlust der Söhne und Töchter ein wenig im Zaum zu halten. Damit nicht alle Welpen auf einem Fleck umherwuseln und sich gegenseitig ablenken konnten, hatten die Wölfe beschlossen sich in Gruppen aufzuteilen. Arkas, Dannsair, Kainuu und Kodeyian nahmen sich den Wasserfall als Erkundungsgebiet vor, Devaki, Nasiha, Cheza, Namíd und Shila begaben sich zum Weiher. Yeven sollte sich mit Liath, Laines und Yoruba auf den Weg zum Geröllfeld machen, während Arlyn die Aufgabe bekam, die östliche Reviergrenze abzulaufen und die Markierungen zu erneuern. Allein Siyi blieb am Rudelplatz zurück. Die Leitwölfin litt unter einer Krankheit, die sie seit der Geburt der Welpen zu viel Schlaf zwang.

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Gruppe Deva-Shila-Cheza-Namid
Die Gruppe ist auf dem Weg zum Weiher. Als Shila einen Frosch entdeckt, ist sie hin und weg und rennt hinterher. Doch die erwachsenen Begleiter sind wachsam. Sie wird von ihrem Vater eingefangen und fürs Vorauslaufen gerügt. Cheza greift in die Situation ein und lockert die Stimmung, indem sie Shila dazu animiert sich wie ein Frosch zu bewegen. Das Nachmachen macht Shila so viel Spaß, dass Cheza weitere Tiere nachahmt, die die junge Fähe erraten soll. Shila ist begeistert, ihr Bruder Namíd dagegen beobachtet das Treiben skeptisch. Er versteht nicht, woher Cheza so viel weiß – und hält sie für ein gefährliches Phänomen mit magischen Talenten. Er beschließt nach Absprache mit Devaki sie im Auge zu behalten, aber so zu tun, als wäre nichts. Die Welpen laufen ein Stück voraus und während sie auf die beiden Erwachsenen warten, erzählt Namid auch Shila von seinem Verdacht. Die aber ist skeptisch, da sie Cheza eigentlich mag. Die beiden vertagen das Thema, denn mittlerweile ist die Gruppe am Weiher angekommen und die Welpen stürzen sich ins Schwimmabenteuer. Das beginnt nicht sonderlich erfolgreich. Shila schluckt Wasser, strampelt panisch und muss von ihrem Vater zurück ans Ufer gebracht werden. Auch Namid ergeht es nicht viel besser, doch von Cheza helfen lassen will er sich nicht. Stattdessen ruft er nach seinem Vater. Devaki aber regiert auch auf Drängen seiner Tochter hin nicht auf Namid. Dieser soll sich ruhig mit Cheza auseinandersetzen, was nicht so recht gelingt. Während Shila ihre zweite Schwimmrunde besser meistert, kommen auch Namid und Cheza wieder unversehrt am Ufer an.

Gruppe Arkas-Dannsair-Kainuu-Kody
Arkas und Dannsair führen Kainuu und Kody zum Wasserfall, den man schon von Weitem tosen hört. Die Welpen – Kainuu voran- bekommen ein wenig Angst. Kody verspricht Kainuu sie zu beschützen. Er traut sich als erster zum Becken, in das das Wasser fällt, als Arkas und Dannsair den beiden versichert haben, dass der Wasserfall sie nicht fressen kann. Nach einer Fragerunde, die sich um Wasser, Regen und Quellen dreht, bittet Kainuu Arkas darum, ihnen die Quelle des Wasserfalls zu zeigen. Arkas lehnt jedoch trotz flehender Welpenaugen ab. Er versucht die Aufmerksamkeit der Welpen auf sich zu lenken indem er vorgibt, lieber ein spannenderes Abenteuer zu erleben, während die beiden mit Dannsair alleine zur Quelle gehen. Die jungen Wölfe gehen aber nicht auf seine Liste ein und können nur mühsam durch Dannsair und dessen Überzeugungskunst von ihrem Plan abgehalten werden. Die vier wollen also das „größere“ Abenteuer in Angriff nehmen, doch als Arkas die Welpen fragt, ob sie genug Mut hätten, bricht in Kainuu Panik aus. Sie ruft nach ihrem Vater und kann nur durch eine weitere Geschichte von ungefährlichen kleinen Gestalten hinter dem Wasserfall beruhigt werden. Die Aussicht darauf ihren Papa stolz zu machen und die Gesellschaft der drei Rüden ermutigt sie schließlich. Trotzdem trauen sich weder sie noch Kody allein hinter den Wasserfall zu gehen – denn wie, ist Kody nicht klar. Dannsair entdeckt einen kleinen Felsvorsprung, der als Brücke zum Plateau hinter dem Wasserfall dient. Er nimmt Kainuu am Nacken in den Fang und verschwindet mit ihr hinter dem Wasser. Dann folgen auch Kody und Arkas, der die beiden Welpen ermutigt die Höhle auf eigene Faust zu erkunden. Dass Kainuu sich dabei lieber an Dannsair hält, ist in diesem Moment nicht tragisch. Der größte Teil des Abenteuers ist geschafft.

Gruppe Liath-Laines-Yoruba-Yeven
Abenteuer erleben. Ein Wort mit dem an jenem Abend weder Yoruba, noch Liath gerechnet hatten. Doch es sollte so kommen. Laines und Yeven wurden zugeteilt, um den beiden Welpen einiges auf dem Geröllfeld beizubringen, was sie ihnen natürlich nicht erzählen, nein, zwei neugierige Welpen tappten im Dunkeln. Laines schien auf dem langen Weg dorthin Spaß zu entwickeln sich Geschichten auszudenken, um den Weg spannend zu gestalten. Während Liath alles in sich aufsog, war Yoruba unsicher und fürchtete sich vor der zunehmenden Dunkelheit und einem Gewitter. Yeven hielt sich mehr oder weniger im Hintergrund und ließ Laines gewähren, zumindest fürs Erste. Die Angst und den Respekt, von dem beide Welpen getrieben waren, nutzte der Schwarze aus, um die Geschichte um die Windhexe wieder anzuheizen. Es führte allerdings zu hitzigen Diskussionen um deren Existenz zwischen beiden Pelzkugeln. Um Yorubas Angst zu nehmen, entpuppte sich Yeven als Spielverderberin und erklärte, dass die Hexe keinem etwas tun würde. Der schwarze Rüde entschied, dass ihm Yeven zu trocken war und seine Laune verdorben hatte, also strafe er sie zum größten Teil mit Nichtachtung. Ob es die Hexe nun gab oder nicht, und ob sie Blitze nach ihnen schlagen würde, wenn sie nicht hörten, blieb am Ende offen, denn schon bald kam ihr Ziel in Sichtweite. Zwischen den beiden Welpen entbrannte ein Wettstreit, denn jeder wollte mehr wissen und besser sein als der andere. Yoruba nutzt die Gunst der Stunde um bis zum Ziel ein Wettlauf zu veranstalten. Liath folgte eifrig und selbst Laines trabte als Aufpasser hinterher. Liath wollte unbedingt gewinnen, doch er erlaubte sich einige Patzer und einen Sturz und am Ende gelang ihm der Sieg nur, weil Yorubs bemerkt hatte, dass ihre Mutter aufgrund der Verletzung ihrer Pfote nicht folgen konnte. Die Stimmung war getrübt, zumal es nicht viel zu sehen gab im Dunkel der Nacht. Doch Onkel Laines entwickelte sich zum richtigen Geschichtenausdenker. Plötzlich galt es einen Schatz zu finden, den Schatz der Windhexe und während Liath sofort Feuer und Flamme war, brauchte Yoruba erstmal eine Aufklärung über die Bedeutungen von Schätzen und deren Hinweise sie zu suchen. Die Natur machte es Laines leicht und ein Geräusch hallte von dem Felsen wieder und los ging die Suche. Beide Erwachsene blieben abwartend am Rand stehen. Während Liath relativ zügig um Dunkel der nassen Felsen voran kam rutschte Yoruba immer wieder ab. Doch die Suche sollte schneller vorbei gehen als geplant. Liath war in eine Felsspalte gerutscht und musste von Laines gerettet werden. Die Gefahr noch einmal in eine Spalte zu rutschen war zu groß, als dass die Großen dieses Risiko weiter eingegangen wären. So ließen sie die beiden Welpen noch ein wenig am Rand suchen und brachen mit Fortschreiten der Nacht ab, allerdings nicht, ohne Laines’ Versprechen die Schatzsuche fortzusetzen.

Laines zog nur eine Augenbraue hoch, als die lahme Yeven auch endlich bei ihnen ankam und dann nichts besseres zutun hatte, als ihm einen solchen Blick zuzuwerfen. Was ging mit dieser schrägen Fähe eigentlich ab? Wie auch immer, er beschloss einfach mit seiner Methode fortzufahren und Yorubas Mutter geflissentlich zu ignorieren. Der Schwarze hatte gerade wirklich weitaus besseres zutun, als herauszufinden und sich damit auseinander zu setzen, was diese komische Wölfin eigentlich von ihm wollte. Wenn sie grätig war, nur weil er sich hier abrackerte um diesen Fellknäulen einen halbwegs interessanten Abend zu bescheren, dann gehörte sie echt in die Kategorie „ungeeignete Mutter“.
– Chess Laines Kyrlin

14 | Widrige Viren

Das Fressen nach den erfolgreichen Jagden schienen dagegen alle zu genießen – wobei die erwachsenen Wölfe sicher keine Ausnahme bildeten. Auch bei einer der ersten herbstlichen Jagden, bei denen die Welpen zusehen konnten und bei der gleich zwei Beutetiere den Tod fanden, fraß das Rudel gemeinsam mit Genuss. Was die Wölfe nicht wussten: Eines der erlegten Karibus trug einen Parasit in sich, den ein Teil des Rudels über das Fressen der Eingeweide in sich aufnahm. Während Kainuu, Liath, Dannsair, Miu, Kodeiyan, Shila, Nasiha und Yeven von dem gesunden Beutetier fraßen, infizierten sich Arkas, Laines, Devaki, Cheza Luna, Namid und Yoruba mit einem Virus.

-Spielleitung


Ein Teil des Rudel hat sich beim Fressen mit einem Virus angesteckt. Der Virus verursacht Erbrechen, Magenbeschwerden und dadurch ebenfalls Müdigkeit und Schlappheit. Er ist nicht von Wolf zu Wolf, sondern nur durch Beutetiere übertragbar, so dass nicht alle Wölfe befallen sind. Die Stimmung der Wölfe ist getrübt. Miu und Liath versuchen Laines aufzumuntern, Arkas kommt hinzu. Auch Kainuu versucht sich nützlich zu machen. Sie versucht in ihrem Maul Wasser vom Weiher zu ihrem Vater zu transportieren, fast verdirbt Kody, der sie auf dem Weg zurück erschreckt die Überraschung.. Nur ein kleiner Teil ihres "Geschenks" kommt an. Shila kommt hinzu und will auch helfen. Deva lehnt ab und will stattdessen lieber die von Kody vorgeschlagene Geschichte hören. In der Rudelhöhle kümmert sich derweil ein anderer Vater um seine Tochter. Doch Yoruba lehnt das von Dannsair gebrachte Kaninchen ab. Während ihr Vater sich auf den Weg macht etwas zum Trinken zu besorgen, schleppt sich die Kleine aus der Höhle. Dannsair ist schnell vom Weiher zurück und versorgt sie mit Wasser. Sein Versuch Yoru aufzuheitern, scheitert. Die Krankheit macht Yoruba wütend. Sie pampt Liath an, der Laines fragt, ob die Windhexe an der Krankheit Schuld ist. Dannsair weist seine Tochter sanft zurecht und versucht sie milde zu stimmen. Als Arkas sich in das Vater-Tochter Gespräch einmischt, wird die Stimmung noch schlechter. Arkas wirft Dannsair vor, sich vor der Wahrheit zu verschließen und bekräftigt Yoruba in ihrer Schwarzseherei. Auch Laines, Liath und Miu bekommen die bissigen Kommentare des Braunen zu hören. Miu verschwindet daraufhin brummig zum Weiher, um Wasser zu holen und sich nützlich zu machen. Laines und Liath diskutieren derweil über Hexer - und darüber, wie man zu einem wird, bis Laines das Gezänk zwischen Dannsair, Arkas und Yoruba zu viel wird undLaines den jungen Verehrer dazu auffordert ihn zum Weiher zu begleiten.

Am anderen Ende des Rudelplatzes geht es harmonischer zu. Deva möchte, dass Kainuu, Kody und Shila die Geschichte auch spielen und so beginnen die drei von drei jungen Wölfen zu erzählen, deren Rudel von einem dunklen Rudel entführt worden war. Die drei Helden der Geschichte machten sich auf, um ihre Familie zu retten. Die Geschichte lenkt den Leitrüden etwas von der Krankheit ab. So erzählen die drei weiter von den Helden, die durch eine Höhle müssen und dort auf einen Wolf des dunklen Rudels treffen. Namíd erwacht und gesellt sich interessiert zu den Geschichtenerzählern. Deva muntert ihn auf und versucht ihn davon zu überzeugen, dass alle bald wieder gesund sein werden. Mit einem schlechten Gewissen, weil sie ihren Vater mit ihrer schlechten Laune verletzt hat, schleppt sich Yoruba zu den anderen, bleibt aber auf halbem Weg liegen. Namid geht zu ihr und versichert ihr, dass sie bald wieder kräftiger sein werden. Auch Arkas gesellt sich zu den beiden, nachdem Devaki ihn geneckt hat. Die drei rätseln, warum nur ein Teil des Rudels von der Krankheit befallen ist. Schnell ist das Karibu als Übeltäter ausgemacht. Dannsair kehrt zurück und versöhnt sich mit Yoruba. Er verpricht ihr und Namid ihnen zu zeigen, wie Fisch schmeckt, wenn sie wieder gesund sind. Die Sorge des Vaters um seine Tochter ist groß.

Die drei Welpen erzählen Devaki weiter ihre Geschichte. Die Helden haben den bösen Wolf mit Hilfe von Fledermäusen vertrieben. Nun sollen auch andere Tiere bei der Befreiung ihres Rudels helfen. Darunter sind auch große Katzen, die gegen die Wölfe des bösen Rudels helfen. Plötzlich aber taucht am Rudelplatz ein Puma auf. Er muss die Krankheit der Wölfe gewittert und die Welpen des Rudels als Beute erkannt haben. Kainuu läuft auf ihn zu, weil sie glaubt, es sei eine Katze aus ihrer Geschichte. Devaki erkennt die Gefahr, stellt sich zwischen die Katze und seine Tochter und schickt die Jungwölfe weg. Arkas eilt ihm zu Hilfe. Doch die Großkatze ist nicht allein. Auch Dannsair, Yoruba und Namíd werden angegriffen - von einem zweiten Puma. Laines und Liath hören das Gefauche und Geschrei vom Rudelplatz. Zunächst tut Laines die Gefahr ab, doch Liath drängt ihn zurückzukehren. Dannsair schickt Namid und Yoruba auf die Flucht zu Laines. Dann beginnt er seinen Kampf mit der Katze, während Arkas und Devaki mit dem zweiten Puma kämpfen. Die Welpen müssen nun allein handeln, denn die erwachsenen Wölfe sind damit beschäftigt die Katzen abzuwehren. Kody weist Kainuu an bei Namid, Shila und Yoruba zu bleiben. Er will Dannsair helfen.

Mittlerweile sind Liath und Laines zurück. Laines erkennt die Lage und befiehlt Liath zu bleiben. Er soll die anderen Welpen in Empfang nehmen, damit sie fliehen können. Laines will derweil im Kampf helfen. Er bringt Kody von seinem Plan ab und schickt ihn mit den anderen zu Liath. Denn Dannsair ist bei Kräften und kann sich gut allein gegen seinen Gegner wehren. Er bekommt den Kater zu packen und fügt ihm eine schwere Wunde zu. Tief getroffen - und von Liath, der die anderen zu sich rufen will, aufgeschreckt, läuft der Kater zu dem Welpen und will ihn packen. Er wird jedoch von Laines aufgehalten und stirbt, bevor er einem der Jungwölfe Schaden zufügen kann. Obwohl sie zu zweit sind, haben Devaki und Arkas mit der Pumakatze ihre liebe Mühe und Not. Erst als Dannsair zu ihnen kommt gelingt es ihnen auch das zweite Tier in die Flucht zu schlagen.

Helden dürfen Angst haben!
-Kodeiyan

15 | Abschied

Doch das Wild, das normalerweise im Frühjahr und im Herbst zahlreich auf den Wanderungen durch den Wald zog und gerne auf der Wiese am Weiher Halt einlegte, ließ auf sich warten. Zunächst glaubte das Rudel, dass eine Fügung der Natur die Herden aufgehalten hatte. Doch als der September um war und sich auch in der Mitte des Oktobers kein Großwild hatte sehen lassen, wurden die Älteren unruhiger. Der Winter hatte sich angekündigt – mit breiter Brust und die mit ein paar Wolfsjahren Erfahrung wussten, dass diese Schneezeit keine leichte werden würde. Sie brauchten Nahrung, viel, um das größer gewordene Rudel zu versorgen und die Welpen, wenngleich zwar groß aber noch schwächer als die Ausgewachsenen, gut durch den Winter zu bringen. So blieb Devaki nichts anderes übrig als ein paar Wölfe des Rudels als Späher auszuschicken, um nach dem Verbleib der Herden zu kundschaften. Doch auch Arkas, Laines, Cheza und Nasiha kehrten ohne Nachricht von Spuren zurück. Es war, als wäre das Wild verschwunden, als hätte es das Eis gewittert und nun entschieden das Revier zu meiden. Was sollten sie also tun, wenn sie nicht im langen Winter an Hunger sterben wollten? Es musste eine Entscheidung getroffen werden.

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Devaki hat das Rudel auf einer kleinen Lichtung im Wald nahe des Weihers zusammengerufen. Alle Wölfe haben sich mit Ausnahme von Arkas dort eingefunden. Der Leitrüde verkündet, dass das Rudel das Revier verlassen wird um genug Nahrung für den Winter zu finden. Die Wölfe reagieren grundverschieden auf die Nachricht. Kody und Cheza wollen wissen, ob das Rudel zurückkehren wird, wenn die Ursache für das Wegbleiben der Herden gefunden ist. Und während einige den Schritt logisch finden oder sich wie Dannsair gar auf die Reise freuen, plagen Shila und ihren Vater noch einige Zweifel. Auch Arkas, der plötzlich auf der Lichtung auftaucht, hält nicht viel von der Idee. Gezeichnet vom Verlust Yorubas und Mius kritisiert er den Leitwolf für seine Entscheidung scharf. Dann dreht er ab und verlässt das Rudel. Devaki reagiert nachdenklich auf die Anschuldigungendes Braunen und stellt dem Rudel frei ihn zu begleiten oder einen neuen Führer zu wählen. Doch die Wölfe sind verärgert über Arkas - und stärken Devaki als Leitwolf den Rücken. Als die Nachricht verkündet ist, gehen die Wölfe ihrer Wege, um sich von der Heimat zu verabschieden. Namíd und Laines versuchen Shila, die noch große Zweifel hegt, von der Richtigkeit des Vorhabens zu überzeugen. Die beiden Jungwölfe beschließen irgendwann in das Revier zurückzukehren und - wenn das Wild wiedergekehrt ist - Devaki und das Rudel wieder in die alte Heimat zu führen. Liath, Kody und Dannsair, die nichts haben von dem sie sich verabschieden wollen, brechen derweil zu einem letzten Streifzug durch das Revier auf. Am Rande des Reviers treffen sie auf zwei Fremde. Rylai und Dubh sind bereits seit einiger Zeit gemeinsam unterwegs. Es stellt sich heraus, dass Rylai die Schwester von Kody ist und den Angriff des Pumas ebenfall überlebt hat. Dannsair erkennt in Dubh seinen Bruder, den es ebenfalls von Russland nach Kanada verschlagen hat. Die Wiedersehensfreude ist groß. Rylai und die anderen überreden den skeptischen Dubh, sich dem Rudel zunächst anzuschließen und mit auf die Wanderung zu gehen.

Dubh nickte leicht bei Dannsairs Worten, dann blickte er wieder zu Rylai, die im groben und ganzen doch noch immer recht überzeugt von diesem Plan schien. Kurz wechselte sein Blick zwischen seinem Bruder und seinem kleinen "Anhängsel". Eigentlich war er noch immer unschlüssig, war er so lange kein Teil eines Rudels mehr gewesen, war er sich nicht einmal sicher, ob es das richtige für ihn war. Aber das Argument der anderen Jungwölfe war überzeugend, es würde sicherlich gut für Rylai sein mit gleichaltrigen Kontakt zu haben, anstatt nur mit ihm. Leise seufzte er auf. Es war bestimmt besser für Rylai und er wollte ja, dass es auch gut für sie war, sich jetzt egoistisch ihr gegenüber zu verhalten, wäre nicht fair. "Also schön", murmelte er und blickte dann Dannsair nickend und mit nicht mehr ganz so trübem Gesicht an. "Wir kommen mit!"
-Dubh

16 | Über den Fluss

Es war eine unspektakuläre Reise, auf der sich der Wunsch nach neuen Entdeckungen und großen Abenteuern noch nicht erfüllte. Der Trott war eintönig und der Ablauf der Tage immer gleich. Erst am vierten Tag erreichte die Gruppe ein Tal. Auf der östlichen und westlichen Seite begrenzt von einer Bergkette gab es nur einen Weg, um auf der anderen Seite wieder hinaus zu gelangen. Wald bedeckte den größten Teil des Tals und nur hier und dort konnte man lichte Flecken entdecken, die von kleinen Lichtungen herrührten. Graswiesen, die jedoch mit Schnee bedeckt und so weiß wie der Rest der Landschaft waren. Auffällig war die große Schneise, die sich durch eben diese Waldlandschaft fraß. Doch erst, als das Rudel davor stand, erkannte es, dass dies keine einfache schneebedeckte Schneise, sondern ein Fluss war, der sich von West nach Ost durch das Tal wand – und ihnen den Weg in den Norden versperrte. Das Wasser schien zugefroren, doch wie dick das Eis war, vermochte niemand der Wölfe zu sagen. Spuren gab es keine im frischen Schnee. Es schien sich also noch kein Tier hinübergewagt zu haben. Ein Umstand, der stutzig machte und das Rudel dazu veranlasste kurz am Ufer zu verschnaufen, bevor man über das weitere Vorgeben beratschlagte.

-Spielleitung


Nach einigen Tagen des Wanderns hat sich die Hoffnung auf die großen Herden zu treffen, nicht erfüllt. Stattdessen erreicht das Rudel einen zugefrorenen Fluss, der ein Tal in zwei Teile teilt. Da das Tal von Gebirge umgeben ist, kann das Rudel nicht drumherum gehen ohne einen tagelangen Umweg in Kauf zu nehmen. Devaki weißt an, dass gerastet wird und niemand das Eis betreten darf, bis geprüft ist, ob es die Wölfe bei einer Überquerung halten kann. DOch nicht alle Mitglieder des Rudels sind begeistert von dieser Anweisung. Namíd und Shila halten ihren Vater für übervorsichtig. Sie schleichen sich ein Stück am Flussufer entlang und wollen das Eis betreten. Sie bleiben nicht unentdeckt. Kainuu beobachtet die beiden und läuft zu ihnen, um sie an die Anweisung ihres Vaters zu erinnern. Die anderen Wölfe des Rudels verteilen sich derweil in Gruppen am Ufer. Nasiha beginnt sich mit Dubh zu unterhalten. Die beiden tauschen sich über ihre Herkunft und ihre Familien aus. Dubhs Aussage eventuell nicht beim Rudel bleiben zu wollen, erzürnt die Fähe. Die beiden gehen mürrisch auseinander. Dubh lässt seine schlechte Laune an seiner Freundin Rylai aus. Er fährt sie harsch an, weil sie Kody dazu anstiften wollte es Shila und Namíd gleichzutun und das Eis zu betreten. Laines machte derweil Devaki auf die ungehorsamen Jungwölfe aufmerksam. Der Rüde traut seinen Augen nicht, als er sieht, dass seine Welpen seine Anweisungen willentlich missachten. Er läuft zu seinem Nachwuchs und treibt sie mit harten Worten von Eis. Weil er dabei auch die Mutter der Welpen ins Spiel bringt, zieht Namíd tief getroffen davon. Shila folgt ihm. Auch Kainuu, obwohl sie unschuldig ist, fühlt sich von ihrem Vater zurechtgewiesen worden. Sie empfindet die Zurechtweisung ihres Vaters als ungerecht und läuft davon. Kody entschuldigt sich bei Rylai und folgt seiner Freundin. Laines bittet Nasiha den beiden Welpen zu folgen.

Währenddessen betreten die anderen erwachsenen Wölfe mit gewissem Abstand vorsichtig das Eis. Weit auseinandergezogen testensie, ob die Decke auf dem Fluss trägt. Da das Eis dick genug zu sein scheint, beschließen die Wölfe in einer Reihe den Fluss zu überqueren. Während Nasiha Namíd und Shila zum Rudel zurückbringen konnte, waren Kainuu und Kodeiyan jedoch nicht auffindbar. Devaki beschließt selbst nach den beiden zu suchen. Rylai folgt ihm, da auch sie nach ihrem Bruder suchen will. Mit Cheza als Vorhut und Laines als Schlusslicht betritt der Rest des Rudels schließlich das Eis. Zwischen Liath und seinen Geschwistern entsteht ein kurzer Streit über den vorangegangenen Ungehorsam von Namíd und Shila. Nach einiger Zeit finden Devaki und Rylai Kainuu und Kody. Die Erleichterung ist auf beiden Seiten groß. Nach einem kurzen Gespräch, das nicht alle Differenzen, aber immerhin den Plan der beiden Freunde ausräumt davonzulaufen, kehren die vier zum Fluss und zu den anderen Wölfen zurück. Diese haben bereits die Mitte des Flusses überquert, als im Wald auf der anderen Seite plötzlich ein Schatten umherhuscht. Niemand kann genau erkennen, was es ist. Die Jungwölfe sind voller Tatendrang, vielleicht ist es ein Beutetier? Doch zunächst muss das Eis überquert werden - und das schleunigst. Denn mittlerweile sind unter dem Gewicht der Wölfe, die bei der Beobachtung erschrocken zusammengerückt sind, die ersten Risse entstanden.

Das Rudel beeilt sich auf die andere Seite zu gelangen und ruft Kody, Kainuu, Rylai und Deva, die das Eis erreicht haben, eine Warnung zu. Während die anderen am anderen Ufer warten, schickt Devaki Rylai und Kody voraus. Die beiden beeilen sich über das Eis zu kommen, Deva muss mit der erschöpften Kainuu langsamer folgen. Das Eis beruhigt sich etwas, das Knacken verstummt, dafür beginnt im Wald ein Tumult. Äste knacken, Vögel fliegen auf und aus dem Schatten der Stämme bricht in Panik ein Karibu-Hirsch. Nicht einmal die Wölfe, auf die er beinahe direkt zuläuft, bemerkt der Hirsch. Kurzentschlossen entscheiden die Wölfe, das Tier - die erste große Beute, die ihnen seit Wochen vor die Pfoten läuft - zu jagen. Während Cheza und Nasiha bei den Jungwölfen bleiben, machen sich Dannsair, Laines und Dubh für die Jagd bereit. Als das Karibu an ihnen vorbeiläuft, beginnen sie mit der Hetzjagd. Doch der Plan das Tier am Flussufer entlang zu treiben, damit es nicht auf das Eis läuft, misslingt. Der Hirsch bricht aus und flieht auf den Fluss. Auch Deva greift nun in die Jagd mit ein und schließt zu den anderen auf, die dem Beutetier auf das Eis folgen.

Der Rest des Rudels beobachtet die Jagd, bis der Wald erneut in Aufruhr geriet. Doch statt eines einzelnen Hirsches, erscheint eine ganze Karibu Herde, die über die Länge des Tals auf dden Fluss zustürmt. Um nicht niedergetrampelt zu werden, fliehen die Jungwölfe und die beiden Fähen auf das Eis. Bei Kainuu, die in der Mitte des Flusses von ihrem Vater die Anweisung bekommen hatte zu warten, machen sie kurz Halt in der Hoffnung, die Herde schreckt vor dem Fluss zurück. Doch die Hoffnung erfüllt sich nicht. Auch die Herde flieht auf das Eis. Unter dem hohen Gewicht gibt die Decke auf dem Fluss nach und bricht erst unter den Jungwölfen, dann unter den Jägern. Das Rudel und ein Teil der Karibus stürzt in den Fluss.

Es begann, wo die Jungwölfe standen. Das Knarren verwandelte sich in ein leises Knacken. Knack. Knack. Knack. Die feinen Linien im Eis wurden größer, mit jedem weiteren Sprung wurde das Brechen lauter, bis schließlich mit einem lauten Krachen die Oberfläche an mehreren Stellen gleichzeitig brach. Das alles geschah im Bruchteil einer Sekunde, der den Wölfen nicht genug Zeit ließ die Gefahrenzone zu verlassen. Zuerst verloren Liath und Kainuu den Halt. Wie ein Abgrund tat sich das Eis unter ihnen auf, ließ das Wasser nach außen dringen und die beiden jungen Wölfe in die kalte Strömung rutschen. Über ihnen schlug der Fluss zusammen, neben ihnen schwammen die losen Eismassen, die wie hungrige Fische den Weg an die Wasseroberfläche zu suchen schienen.
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