14 Jahre Night-Wolves

Wölfe sind Rudeltiere und sehr sozial veranlagt. Im europäischen Verbreitungsgebiet leben sie in kleinen Familienverbänden zusammen. Diese bestehen aus den Elterntieren, die das Rudel leiten, sowie den Welpen aus dem aktuellen und dem vorangegangenen Jahr. Die älteren Jungtiere beteiligen sich an der Aufzucht und Erziehung des neuen Nachwuchses.

Um Inzucht zu vermeiden wandern die Jungtiere mit Beginn der Geschlechtsreife im Alter von etwa zwei Jahren ab. Sie suchen sich ein neue Terretorium und gründen ein eigenes Rudel. Rangkämpfe, wie sie oft in Gefangenschaft zu beobachten sind, gibt es bei freilebenden Wölfen in unseren Breiten selten. Die Elterntiere verhalten sich dominant gegenüber den Welpen, die diese Hierarchie meist anerkennen bis sie alt genug sind um abzuwandern. In Kanada und den USA, wo die Rudel größer sind, kann es dabei zu Abweichungen kommen. Wölfe leben in festen Revieren. Die größe der Reviere variiert dabei je nach Nahrungsangebot. Das Revier wird durch das Absetzen von Urin und durch das gemeinsame Heulen aller Rudelmitglieder markiert. Das Heulen im Rudel stärkt den Zusammenhalt unter den Wölfen.

Fortpflanzung und Welpenaufzucht

Ein Wolf erreicht mit etwa zwei Jahren die Geschlechtsreife. Die Paarung erfolgt zur sogenannten Ranzzeit, die zwischen Januar und März stattfindet. Die Fähen sind rund eine Woche empfängnisbereit. Nach der Begattung, die mit dem bei Hundeartigen üblichen Hängen abgeschlossen wird, dauert es 61 bis 63 Tage, bis die Welpen geboren werden. Die meist vier bis sechs Jungtiere kommen in einer Höhle zur Welt. Nach der Geburt sind die Welpen taub und blind. Sie wiegen lediglich ein paar hundert Gramm und haben dunkelbraunes bis graues Fell. Die Sinne, Zähne und die richtige Fellfärbung entwickeln sich erst nach und nach. Nach etwa zwei Wochen öffnen die Jungtiere die Augen. Sie beginnen jetzt auch zu laufen. Ab der dritten Woche wird das Gehör eingesetzt und die Welpen können die Höhle für erste Ausflüge verlassen.

Entwöhnt sind die jungen Wölfe im Alter von sechs bis acht Wochen. Da sie noch nicht selbst auf die Jagd gehen können, werden sie von allen anderen Rudelmitgliedern versorgt. Die Tiere fressen dafür Beute und würgen sie, angeregt durch das Lefzenlecken der Jungtiere, vorverdaut wieder hervor. An der Aufzucht der Jungtiere beteiligen sich alle Rudelmitglieder. Wolfswelpen wachsen schneller heran als Hundewelpen, da sie kräftig sein müssen um die Winter zu überstehen. Bis zum Herbst haben sie fast ihre vollständige Größe erreicht. In dieser Zeit bekommen sie auch das Jagen gelehrt.

Körpersprache

An der Körpersprache eines Wolfes lässt sich viel über seinen Gemütszustand oder seine Stellung im Rudel ablesen. Die Mimik und Gestik der Tiere ist sehr klar und eindeutig, da sie der Verständigung dient. Zur Kommunikation werden nicht nur Laute, sondern vor allem Rute, Ohren, Gesicht, Fell und Lefzen eingesetzt. Die Tiere drücken durch unterschiedliche Stellungen dieser Körperteile Stimmungen wie Angst, Dominanz, Drohen oder Unterwürfigkeit aus. Eine Grafik zur Verdeutlichung folgt.